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Der Kgalagadi Transfrontier National Park ist eines der verstecktesten Juwele der südafrikanischen Sanparks (South African National Parks). Zum einen sorgt die Lage abseits der Hauptverkehrsrouten dafür, dass es so gut wie keine Day Visitors gibt, zum anderen ist die Zahl der Unterkünfte gering. Es gibt im Kgalagadi also nie volle Straßen und überquellende Restaurants wie z. B. im Kruger Park. Selbst an Weihnachten, am 25. und 26.12.08 war der Park komplett ausgebucht, hatte man nie das Gefühl, es sei voll. Aber davon später mehr. Im Oktober 2008 waren wir zum ersten Mal im Kgalgadi. Glückliche Umstände verschafften uns 4 freie Tage am Ende unsrer zweimonatigen Reise durch Südafrika, Botswana und Namibia. Spontan beschlossen wir, in den Kgalagadi zu fahren. Da auf vielen Karten und in den meisten Reiseführern das nördliche Eingangstor bei Mata Mata als geschlossen eingezeichnet, bzw. eingetragen ist, fuhren wir, um sicher zu gehen, den Umweg nach Twee Rivieren. Nun gut, es stellte sich heraus, Mata Mata war offen. Wir hatten enormes Glück und fanden für die 4 Nächte Übernachtungsmöglichkeiten in Twee Rivieren, in Nossob und in Mata Mata in einem Chalet und in Grootkolk in einem der Wilderness Camps.
Der Park: Die Hauptcamps mit Chalets, Shops, Swimming Pools, Tankstellen und angeschlossenen Campsites sind Mata Mata, Nossob und Twee Rivieren. Twee Rivieren ist das Verwaltungszentrum, die Grenzformalitäten werden hier geregelt, falls man in ein anderes Land ausreisen will, und, ganz wichtig, nur in Twee Rivieren gibt es einen Geldautomaten. Die Shops bieten ein Minimum an Versorgung. Der Shop in Twee Rivieren ist verhältnismäßig gut ausgestattet. Die Shops in Nossob und in Mata Mata sind dagegen sehr basic. Da diese beiden Camps per Generator mit Strom versorgt werden, gibt es hier zwar Eiswürfel, aber kein Stieleis zu kaufen. Alkoholfreie Getränke, Bier, Wein, Fleisch, Holz und Holzkohle gibt es in allen Shops im Überfluss. Salat, Früchte und Gemüse findet man dagegen gar nicht. Souvenirs, Postkarten, Bücher und Landkarten findet man in jedem der Shops. Es empfiehlt sich, von Südafrika kommend in Upington (Pick n’ Pay Center mit Game Markt S28 27.206 E21 14.776), von Namibia kommend, in Keetmanshoop (Spar Markt S26 34.607 E18 08.122) einzukaufen. Tanken kann man in den drei Hauptcamps. Da der Tankvorgang manchmal etwas dauern kann, legt man ihn am besten in die Pausenzeit.
Die so genannten Wilderness Camps wie Grootkolk, Gharagab, Kalahari Tented Camp bestehen aus nur wenigen Unterkünften, in Grootkolk sind es 5 Zelte, in Gharagab sogar nur 4. Die Zeltunterkünfte ähneln sich, es gibt jeweils ein Badezimmer mit Dusche - Toilette, ein Schlafzimmer, ein Küchenabteil, einen Grill, Tisch und Stühle auf der Terrasse und, ganz wichtig, jedes Wilderness Camp hat ein eigenes Wasserloch, welches von jeder Unterkunft aus einsehbar ist. In jedem Camp ist ein Ranger stationiert, der im Notfall mit der Trillerpfeife herbeigerufen werden kann. Die Wilderness Camps sind nicht eingezäunt, so dass man jederzeit mit wilden Tieren rechnen muss. Das macht den relativ teuren Preis für die Übernachtung allemal wert! Alle Unterkünfte, sei es im Chalet oder im Wilderness Camp, sind mit einem großen Kühlschrank mit Gefrierfach (ausreichend für eine südafrikanische Großfamilie!), mit einer Küche mit 2 Elektrokochplatten, mit Geschirr, Besteck, Gläsern, Schüsseln und Töpfen ausgerüstet. Jede Unterkunft hat eine Metallgrillrost vor der Türe, auch die Campsites verfügen darüber. Die Grills werden am Morgen vom Camppersonal gereinigt. Die Roste sehen dementsprechend aus und wir verwenden daher unser eigenes Grillgitter, welches man für wenig Geld eigentlich überall kaufen kann. Sowohl in Mata Mata als auch in Nossob gibt es ein campeigenes Wasserloch. Man setzt sich in das Hide, das Versteck und beobachtet, was sich so tut am Wasser. Meist ist es abends nicht viel, am Morgen sieht man dafür oft die Löwenrudel aus der Umgebung am Wasserloch. Das Schöne an den campeigenen Wasserlöcher ist, man kann zu jeder Tages- und Nachtzeit dort hin. In allen Camps geben die Ranger gerne Auskunft über die Aktivitäten der Raubtiere in der Umgebung. Alternativ kann man in den diversen Sichtungsbüchern nachlesen, was andere Touristen gesichtet haben. Oder man findet heraus, welcher Ranger am nächsten Morgen Dienst hat und bittet ihn, geweckt zu werden, wenn sich frühmorgens etwas tut. Durch die geringe Zahl an Touristen ist man schnell mit den Mitarbeitern des Parks bekannt. Dieser prächtige Kalahari-Löwe wurde uns kurz nach Sonnenaufgang vom Camp-Leiter von Mata Mata gezeigt, ohne ihn hätten wir den sicher übersehen...... Die Aktivitäten: Ein Aufenthalt im Kgalagadi sollte bei mindestens 4 Tagen anfangen. Profis bleiben mindestens 2 Wochen, wenn nicht länger. In den drei Hauptcamps können verschiedene Drives gebucht werden, in Nossob werden zusätzlich noch Guided Walks angeboten. Zwei 4x4 Trails werden auf der südafrikanischen Seite angeboten, der 13 km lange Leeuwdril Trail, den man auf Tagesbasis buchen kann und der vier Tage dauernde Nossob 4x4 Trail, der im Voraus gebucht werden muss und vor allem in den südafrikanischen Wintermonaten schnell ausgebucht ist. Hier fährt man mit maximal fünf Autos in einer dem normalen Touristen nicht zugänglichen Route durch die Dünen zwischen dem Nossob und dem Auob Tal. Weitere 4x4 Strecken sind die Zufahrt zum Wilderness Camp Gharagab und zum Wilderness Camp Bitter Pan. Diese Strecken sind, ebenso wie die Zufahrt zur !Xaus Community Lodge, den dort logierenden Gästen vorbehalten. Auf botswanischer Seite bieten sich dem camping- und wildniserfahrenen Besucher mehrere 4x4 Trails: der Mabuasehube Trail, der Polentswa Trail, der Kaa Game Viewing Trail, diese müssen allesamt über die botswanische Parkverwaltung gebucht werden. Die Unterkünfte auf der botswanischen Seite sind allesamt einfache Campingplätze ohne Zaun, allenfalls mit Buschtoilette und Eimerdusche ausgestattet. Hier muss der Besucher alles, was er benötigt mitbringen, inklusive Wasser zum Waschen, Brennholz und Treibstoff.
Der Kgalagadi-Anfänger wird aber zunächst die südafrikanische Seite erkunden. Wobei das ja nicht ganz richtig ist, durch den Wegfall der Grenzen zwischen den ehemals zwei Parks führt die Straße durch das Nossob Tal auch auf botswanisches Gelände... Die Strecke von Twee Rivieren an das Unions End, das nördliche Ende des Parks, ist in etwa sechseinhalb Stunden zu schaffen. Doch dann hat man nicht sehr viel von der Fahrt, man darf zwar 50 km/h fahren, aber die Wellblechqualität (Spurrillen) der Straße lassen diese Geschwindigkeit kaum zu. Abgesehen davon, man sieht bei dieser Geschwindigkeit auch keine Tiere. Eine sinnvolle Planung und frühe Buchung der einzelnen Unterkünfte ermöglicht eine bestmögliche Nutzung der Zeit, die man im Park verbringt. Wunschcamps wie Bitter Pan oder Gharagab sind nun mal schnell weg..... Eine Beschreibung des Nossob und es Auob Tals finden Sie demnächst hier >>>>> Wann und wohin?
Der Kgalagadi liegt in einer semi-ariden Landschaft mit wenig Regen. Nur in Ausnahmejahren wie 2009 regnet es mehr als 350 mm. In den südafrikanischen Sommer- monaten ist es ausgesprochen heiß, im Dezember 2008 erlebten wir einmal sogar 49°C. Von Ende Oktober bis März würde ich nur Campen, bzw. die Wilderness Camps empfehlen. Die Hauptcamps Mata Mata und Nossob werden über Generatoren mit Strom versorgt, die um 23 Uhr ausgeschaltet und morgens um 5 wieder eingeschaltet werden. Da sich die Häuser tagsüber aufheizen, ist an ein ruhiges Schlafen nach 23 Uhr nicht zu denken. Im Zelt schläft man dagegen sehr gut. Im Oktober 2008 regnete es ein paar mal ordentlich, so dass etwas Wasser auf manchen Straßen stand und ein 4 x 2 nicht mehr weiter gekommen wäre. Im Oktober war die Landschaft noch völlig trocken und wir sahen immer nur kleine Gruppen Oryxe oder Springböcke. Diese Graser schließen sich nur zu größeren Herden zusammen, wenn es genug Futter für alle gibt. Im März 2009 gab es sogar eine Herde Springböcke mit über 500 Tieren. Im Dezember sahen wir die meisten Jungtiere, besonders viele Junglöwen, aber die Landschaft war immer noch trocken. Im März, nach den großen Regen war es grün, überall blühte es, die Tiere schwelgten im Überfluss. Auch jetzt noch, Ende April, sind die Temperaturen tagsüber bei über 30°, nachts kühlt es ab auf 15°, ideale Temperaturen, um in den Chalets zu übernachten..... Löwen sahen wir zu jeder Jahreszeit, viele Cheetas im Dezember und im März sogar einen Leoparden. Jede Jahreszeit hat eben ihren eigenen Reiz.
Hier nun noch die häufigsten Fragen:
- Kann man mit dem 2x4 in den Kgalagadi? Auf die südafrikanische Seite schon, da benötigt man keinen 4x4 Antrieb für die Hauptstraßen und die Main Camps. Aber es sollte ein Wagen mit High Clearance sein, also nicht grade ein Toyota Corolla. Für die Wilderness Camps Gharagab und Bitter Pan sollte, für den Nossob Eco Trail muss man einen 4x4 Antrieb haben.
- Kann man in Mata Mata in den Park fahren und in Twee Rivieren wieder hinaus?
Ja, das kann man und auch umgekehrt, man muss nur zwei Nächte im Park buchenund die Grenzformalitäten in Twee Rivieren erledigen. Wenn man von der südafrikanischen Seite hineinfährt kann man auch z.B. auf die botswanische Seite wechseln, ohne zum Grenzposten zu müssen, solange man den Park wieder nach Südafrika verlässt.
- In welchem Zustand ist die Straße von Uppington nach Twee Rivieren?
Die Straße wurde im Januar 2009 fertig geteert. Man benötigt für die Strecke ca. 2 1/2 Stunden Fahrzeit.
- Warum ist der Kgalagadi nicht auf meiner T4A Karte Südafrika zu finden?
Er ist auf der Karte Botswana eingezeichnet. Es gibt eine gute Karte für ein paar Rand im Park zu kaufen, außerdem eine mehrseitige Broschüre.
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